Der Fernstudiengang Informatik: ein Überblick

Ein Fernstudium im Bereich Informatik bietet die Möglichkeit, dem Bereich der Informationstechnologie durch mehrere Spezialisierungen gezielt näher zu kommen und letztendlich zum Experten auf dem Gebiet der Informatik zu werden. Der Vorteil des zeit- und ortsunabhängigen Studiums spricht vor allem Berufstätige an, welche einen akademischen oder institutsinternen Abschluss erlangen möchten. Bevor jedoch ein Fernstudiengang im Bereich Informatik belegt wird, sollte eine gute Recherche bezüglich Arbeitsaufwand, Kosten und Zulassungsvoraussetzungen getätigt werden.

Studieninhalte eines Informatik-Fernstudiums

Das Informatikfernstudium ist sowohl wie theoretisch ausgelegt. Zu Beginn erhalten sämtliche Studierende eine intensive Einführung in die theoretischen Grundlagen des Gebiets, wodurch sie auf die späteren Spezialisierungen und Herausforderungen gut vorbereitet werden. Die genauen Lehrinhalte können sich je nach Hochschule bzw. Fernstudienanbieter unterscheiden. Jedoch weist der Großteil der Anbieter die Fächer

  • Mathematische Grundlagen sowie algorithmische Mathematik
  • Einführung in Datenstrukturen und die imperative Programmierung
  • Computer- und Softwaresysteme
  • Grundlagen der Theoretischen Informatik
    auf.
Mehr braucht man meist nicht als Informatiker.

Als zusätzliche Studieninhalte bereits zu Beginn des Studiums erwarten die Studierenden häufig Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, Programmierung und Datenstrukturen, Rechnernetze, IT-Sicherheit sowie Computer- und Softwaresysteme. Im Anschluss erfolgt die Spezialisierung in ein oder mehrere Gebiete, welche die Studierenden selbst wählen. Dies können beispielsweise Multimedia, E-Business, Kommunikationssysteme, Künstliche Intelligenz oder Android-Programmierung sein.

Auch die eigene Erweiterung der Soft Skills wird über das Fernstudium ermöglicht, wobei dies schon im Bachelorstudium angeboten wird. Masterfernstudiengänge, welche an Bachelorfernstudiengänge anschließen, vertiefen zugleich das erworbene Fachwissen, konzentrieren sich zugleich auf spezielle Teilgebiete der Informatik. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, sich auf weitere Spezialisierungen wie Data Science, Praktische Informatik oder Computational Engineering zu konzentrieren.

Handelt es sich um einen nicht akademischen Fernstudiengang, führen diese im Regelfall keine allgemeine Übersicht über zahlreiche Gebiete der Informatik, sondern behandeln ein bestimmtes Fachgebiet. Zu Beginn nehmen die Studierenden an einem oder mehreren Einführungskursen teil, welche die Grundlagen der Informatik behandeln. Je nach Studienanbieter kann das nachfolgende Angebot vielfältig oder spezifisch ausfallen, sodass die Studierenden hier eine gründliche Recherche vor Studienbeginn betreiben sollten.

 

Ablauf und Abschlüsse

Der Abschluss des Informatikfernstudiums ist nicht durchgehend geregelt, wodurch die Studierenden unterschiedliche Abschlüsse erlangen können. Ebenfalls ist der Ablaufplan nicht gleich, sodass jede Hochschule sowohl den Abschluss sowie ihren Studien- bzw. Lehrplan selbst bestimmen kann. Generell besteht die Wahl zwischen Bachelor- und Masterstudium, wobei ebenfalls Aufbaustudien oder eine Informatikweiterbildung angeboten werden.

Generell dauert ein Bachelorfernstudium für Informatik zwischen sechs und neun Semestern, wobei zeitliche Unterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeitstudium bestehen. Das Masterstudium hingegen dauert normalerweise zwischen drei und fünf Semester. Viele Hochschulen ermöglichen optionale Praxisseminare, welche die Möglichkeit bieten, Kommilitonen wie Dozenten persönlich zu treffen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten, welche der Sammlung der Praxiserfahrung dienen. Während die Anwesenheit bei optionalen Seminaren nicht verpflichtend ist, müssen die Studierenden an vielen Hochschulen an Präsenzseminaren teilnehmen. Häufig finden diese am Wochenende statt, sodass auch berufstätige Studierende an ihnen teilnehmen können. Neben Präsenzseminare führen manche Hochschulen zudem verpflichtende Betriebspraktika, welcher gleichfalls der Praxissammlung dienen.

Im Regelfall erhalten die Studierenden nach Beendigung ihres Bachelor- und Masterstudiums in Informatik den Titel Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.) verliehen. Mit dem Mastertitel erhalten die Studierenden gleichzeitig den Zugang zur Promotion. Manche Fernstudiengänge hingegen führen andere Titel wie etwa Bachelor bzw. Master of Engineering (B.Eng. bzw. M.Eng). Auch einzelne Zertifikatskurse werden von einigen Anbietern ermöglicht. Diese Fernkurse unterscheiden sich in ihrer Zeitdauer von einem regulären Studiengang, da sie häufig zwischen sechs und dreißig Monaten dauern. Die Studierenden erhalten nach Abschluss der Kurse ein institutsinternes Zertifikat verliehen, welche die während der Weiterbildung erworbenen Kenntnisse belegen. Allerdings handelt es sich bei diesen Zertifikatskursen um kein Studium, welches denselben Wert wie ein berufsqualifizierendes Studium mitsamt Abschluss besitzt.

 

Kosten eines Fernstudiums in Informatik

Die Kosten eines Fernstudiums in Informatik sind nicht durchgehend geregelt, wodurch jeder Anbieter für seinen Studiengang eigene Kosten vorschreiben kann. Hierbei unterscheiden sich die Kosten von Hochschule zu Hochschule massiv, wobei ebenfalls Unterschiede zwischen Bachelor- und Masterstudium bestehen. Viele Bachelorfernstudiengänge in Informatik beginnen bereits bei einem Preis von 1.500 Euro. Ein Masterstudium hingegen kann 1.000 Euro kosten. Wenige staatliche sowie private Hochschulen verlangen für den Besuch ihres Fernstudiums sogar bis zu 10.000 Euro. Die Kosten für den Fernstudiengang sind als Studiengebühren zu verstehen, sodass häufig lediglich die Lernunterlagen oder der Zugang zu einem Betreuungsservice oder Lernplattformen enthalten sind.

Kosten für Prüfungen, die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen oder weitere anfallende Kosten müssen zusätzlich bezahlt werden, wobei jeder Anbieter hier ebenso die Höhe der Preise selbstständig bestimmen kann. Ein Fernkurs in Informatik dafür ist günstiger als ein Studium. Interessenten müssen lediglich mit einem Preis zwischen 700 und 2.000 Euro rechnen, wobei hier ebenso weitere Kosten anfallen können.

 

Voraussetzungen für ein Informatikfernstudium

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Informatikfernstudium unterscheiden sich im Normalfall nicht sonderlich von jenen eines Präsenzstudiums. Für die meisten Fernstudiengänge wird ein Abitur bzw. ein Fachabitur benötigt, wenn es sich um einen Bachelorstudiengang handelt. Manche Fernstudienanbieter ermöglichen zudem die Zulassung zu ihrem Fernstudiengang, wenn eine berufliche Qualifikation bzw. eine berufliche Erfahrung im Gebiet der Informatik vorliegen. Manche Hochschulen, welche den Zugang zu ihrem Kursangebot ohne Abitur anbieten, verlangen allerdings die Teilnahme an einem Probestudium.

Um an einem Masterfernstudiengang teilzunehmen, benötigten die Interessenten hingegen einen ersten Hochschulabschluss. Dieser sollte entweder im Bereich Informatik oder einem artverwandten Fach stammen. Manche Hochschulen akzeptieren jedoch nicht jeden Hochschulabschluss, sodass Studienabschlüsse aus den Bereichen Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen beispielsweise nicht immer anerkannt werden. Ebenfalls kann der Anbieter des Fernstudiums eine berufliche Erfahrung in der Informatik vorschreiben. Andere hingegen begnügen sich, wenn die Studierenden ein Grundwissen in Informatik und Mathematik besitzen.

 

Berufliche Aussichten

Das Informatikfernstudium bietet ausgezeichnete berufliche Aussichten für alle Studierenden. Die Arbeitslosigkeit in der IT-Branche fällt äußerst gering aus, wobei laufend neue Stellen ausgeschrieben werden. Zugleich besteht ein Mangel an Fachkräften, wodurch gut ausgebildete Personen schnell eine passende Stelle finden. Ein abgeschlossenes Informatikstudium bietet zugleich die Möglichkeit, im Informatik- und IT-Bereich oder interdisziplinär zu arbeiten. Unter anderem können Sie im Maschinenbau, Finanzwesen, IT-Consulting, in der Medizintechnik, Raumfahrt oder bei öffentlichen Behörden arbeiten.

Ebenfalls offenbart sich die Möglichkeit, den Weg in die Forschung zu beschreiten. Universitäre wie außeruniversitäre Forschungsinstitute sorgen dafür, dass Studierende aktiv forschen und helfen, neue Kenntnisse zu erlangen. Ein Masterabschluss ermöglicht außerdem, dass Interessenten in der Erwachsenenbildung oder Lehre an Hochschulen tätig sind.

Das Einstiegsgehalt für ausgebildete Informatiker mit einem Bachelorabschluss liegt durchschnittlich bei 3.800 Euro brutto je Monat, wobei jede Branche andere Einstiegsgehälter besitzt. Vor allem der Maschinenbau oder die Elektronikbranche bieten ein hohes Einstiegsgehalt. Medien und der öffentliche Dienst hingegen verfügen über ein attraktives Arbeitsumfeld, jedoch gleichzeitig ein niedrigeres Einstiegsgehalt.

Weitere Informationen zum Fernstudium finden Sie auf Fernstudium-finden.de.